Florenz
Florenz - Firenze - Florence
11. - 16. Mai 1999
Seit fast zwei Jahren treffen wir, die Italienisch-AG, uns nun jeden zweiten Samstag von 9:30-11:00 Uhr, um uns mit der italienischen Sprache vertraut zu machen. Diese AG ist aus der letzten Projektwoche entstanden, in der
Frau Dr. Wallbaum,
den Kurs "Italienisch für Anfänger" angeboten hat.
Es war im Mai 1998, als wir wieder einmal im Raum 11.23 zusammensaßen und
Frau Dr. Wallbaum
uns den Vorschlag machte, im folgenden Jahr für ein paar Tage nach Florenz zu fahren. Gesagt, getan!
Am 11. Mai 1999 ging's los. Schwer bepackt, abgesehen von
Frau Dr. Wallbaum,
die sich auf das Nötigste beschränkt hatte, zwängten wir uns am Leichlinger Bahnhof in den Rhein-Wupper-Express Richtung Köln, von wo aus es dann weiter im Liegewagen nach Mailand ging.
Nachdem wir etwa eine halbe Stunde im Gang gestanden hatten, konnten wir endlich unsere Abteile beziehen. Obwohl es an Platz mangelte und wir uns beim Verstauen des Gepäcks ständig in die Quere kamen, saßen wir am Ende doch in fröhlicher Runde zusammen und feierten den 18. Geburtstag eines AG-Mitgliedes. Gegen 24:00 Uhr legten wir uns in die Kojen und versuchten zu schlafen, was sich jedoch aufgrund der Hitze (italienische Liegewagen besitzen keine Klimaanlage) und der zu engen bzw. kurzen Betten (kleine Leute haben es doch in manchen Situationen leichter) als äußerst schwierig herausstellte.
In Mailand erwartete uns eine Überraschung: wir hatten den Anschlußzug nach Florenz verpasst.
Frau Dr. Wallbaum,
die die italienische Sprache etwas besser beherrschte als wir, organisierte in Windeseile einen neuen Zug. Worauf wir nicht vorbereitet waren, war das Klingeln zahlloser Handys der Mitreisenden im Zug, doch die leckeren italienischen Kekse, die jeder Passagier während der Fahrt erhielt, beruhigten unsere Nerven. Nach insgesamt 13 Stunden Fahrt, erreichten wir den Florenzer Hauptbahnhof, von wo es dann mit einem der überfuellten Busse zum "Istituto Gould", unserem Hotel ging.
In den vier Tagen, die wir in Florenz verbrachten, haben wir viel erlebt.
Frau Dr. Wallbaum,
als Reiseleiterin, führte uns (zu Fuß!) zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie zum Bleistift zur Ponte Vecchio, zum Dom und zur Piazza della Signoria. Wir waren allerdings nicht die einzige Reisegruppe in Florenz, aber die einzige ohne Schirm bzw. Gruppenerkennungsfähnchen. Unter diesen Umständen war es ein Wunder, daß wir unsere (relativ kleine) Reiseleiterin in all dem Getümmel stets wiederfanden. Die Abende verbrachten wir in gemütlicher Runde bei Pizza, Pasta und Wein (meist in der Trattoria "S. Agostino") Danach zogen wir in die Innenstadt, um das italienische Nachtleben zu genießen. Bei einem leckeren Eis beobachteten wir die Straßenverkäufer, die wieder einmal ihre sieben Sachen zusammenpackten und vor der nahenden Gefahr - der Polizei - flüchteten.
An einem Tag machten wir uns auf nach Fiesole, einem kleinen Ort über den Hügeln von Florenz, wo unsere 8 km lange Wanderung (sagte
Frau Dr. Wallbaum,
wir behaupteten, sie war mindestens doppelt so lang) nach Settignano startete. Am Ende waren wir alle völlig erschöpft und die Füße taten uns weh wie noch nie.
Am letzten Tag schlenderten wir über den Markt von San Lorenzo, der regelmäßig in Florenz stattfindet. Um uns vor möglichen Übergriffen zu schützen, funktionierten wir unsere Rucksäcke zu "Bauchsäcken" um und quälten uns wie Schwangere durch die Menge. Zwar gaben wir ein äußerst lächerliches Bild ab, doch unsere Taktik erwies sich als sehr wirkungsvoll.
Gegen 17:00 Uhr versammelten wir uns alle am Bahnhof, um kurze Zeit später die Heimreise anzutreten. Bis Mailand verlief alles glatt, doch dann kamen die Probleme auf uns zu: an unserem Anschlußzug nach Köln fehlte der Waggon mit den von uns gebuchten Abteilen. Nach langer Diskussion mit dem Schaffner wurde uns schließlich ein anderer Waggon zugeteilt, in dem wir uns dann ausbreiteten. Ans Schlafen war aus zweierlei Gründen noch lange nicht zu denken: zum einen mussten wir bis Mitternacht ausharren, da ein weiterer 18. Geburtstag in unserer Gruppe anstand und uns zum anderen bis zur Schweizer Grenze sowohl Decken und Kissen als auch sämtliche Bezüge fehlten. Am nächsten Morgen kamen wir - trotz aller Schwierigkeiten - wieder gut in Leichlingen an.
Tante grazie per il viaggio, signora
Wallbaum!
E stato molto bello.